Sichern und Stürzen

Modul 3: Sichern und Stürzen

Bericht zum Lehrgang Sichern und Stürzen vom 21.08. – 23.08.2026

Erst, wenn man sich gänzlich vertrauen kann, kann man in einer Seilschaft alles geben und beim Klettern sein volles Potenzial ausschöpfen. Deshalb lernten wir an diesem Wochenende, Stürze je nach Situation gut zu sichern, um Unfälle zu vermeiden.

Am Freitagabend trafen wir uns aufgrund des angesagten Regens in der SBB-Halle und tauschten uns zunächst in offener Runde aus über Vertrauen, Gefühle, Ängste, Wünsche und Kommunikation beim Klettern, da diese wichtige Rahmenbedingungen sind, die unsere Tagesform und Motivation beeinflussen.

Nach einem leckeren Abendessen und einer entspannten Nacht im Sportraum der Halle beschäftigten wir uns am Samstag in Zweiergruppen an vier verschiedenen Stationen in der Halle intensiv mit verschiedenen Sturzsituationen, in denen auf verschiedene Art und Weise gesichert werden sollte. Wir lernten, Stürze mit der (aktiven) Sensorhandmethode weich zu sichern und erkannten, dass es wichtig ist, sich beim Stürzen möglichst nicht nach hinten abzustoßen. Außerdem sicherten wir analog zu einem Szenario am Fels von einem Standplatz aus mit HMS weiter und hielten auch auf diese Weise Vorstiegsstürze. Zu kleinen Challenges wurden die Stationen am Sturzsimulator und das Halten bodennaher Stürze, da es hier darum ging, schnell zu handeln und auch noch so viel Seil wie möglich während des Sturzes einzuziehen. Hier wurde nach hinten gesprungen und probiert, was das Zeug hielt, um noch ein paar Zentimeter mehr herauszuholen.
Gleichzeitig war das Ganze natürlich auch ein super Sturztraining, um eventuelle Ängste beim Stürzen zu überwinden.

Am Samstagnachmittag machten wir uns mit dem Zug auf den Weg zur Boofe am Quirl, da nun der Regen endlich aufgehört hatte. Nach einem gemütlichen Abend in der Natur brachen wir am Sonntag auf in Richtung Pfaffenstein, wo wir die bereits trockenen Gipfel zwischen Förster und Orgelpfeiffenwand nutzten, um das zuvor in der Halle Erlernte nun auch draußen am Fels anzuwenden und nebenbei natürlich auch noch ein paar schöne Routen zu klettern. Dabei bemerkten wir, dass es auch beim Sichern einige Unterschiede zur Halle gibt, z.B. aufgrund der Reibung, welche draußen deutlich höher ist als in der Halle, weshalb man besonders weich sichern sollte.

Insgesamt war das Wochenende wieder einmal sehr lehrreich und die vielen gehaltenen Stürze haben auf jeden Fall auch unser gegenseitiges Vertrauen ineinander gestärkt. Vielen lieben Dank an alle Teilnehmenden!

 

Text: Alena Nickl